Georg Büchner
Dichtung, Politik, Wissenschaft, Briefwechsel

   

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Georg Büchner
Sämtliche Werke, Briefe und Dokumente
in zwei Bänden
herausgegeben von Henri Poschmann,
Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt am Main (2311 Seiten )

Inhaltsübersicht | Zur Ausgabe



Band 1: Dichtungen
herausgegeben von Henri Poschmann unter Mitarbeit von Rosemarie Poschmann, Frankfurt am Main 1992 (1024 Seiten)
Leinen DM 148,- Leder DM 268,-

Band 2: Schriften / Briefe / Dokumente
herausgegeben von Henri Poschmann unter Mitarbeit von Rosemarie Poschmann, Frankfurt am Main 1999 (1287 Seiten)
Leinen DM 172,- Leder DM 292,-

 


Inhaltsübersicht

INHALT BAND 1

Dramen
    Danton's Tod .............11
    Leonce und Lena...........91
    Woyzeck..................143

Prosa
   
Lenz.....................223

Übersetzungen
    Lucretia Borgia.
    Drama von Victor Hugo....
253
    
Maria Tudor.
    Drama von Victor Hugo....
327

Kommentar....................415
Inhaltsverzeichnis..........1017

INHALT BAND 2

Schriften......................9
    Aus der Schulzeit
.........11
      Frühe poetische
      Zueignungen.............13
      Schulreden und
      -aufsätze...............18
      Glossen, Reminiszenzen..44
   
Politik...................51
     
Der Hessische Landbote..53
   
Naturwissenschaft.........67
     
Mémoire sur le système
      nerveux du barbeau......
69
     
Über Schädelnerven.....157
   
Philosophie..............171
     
Cartesius..............173
     
Spinoza................280
Briefe von und an
Georg Büchner................
353
Materialien zu
den Schriften. Dokumente.....
469
   
Materialien
    zu den Schriften.........
471
   
Dokumente................625
Kommentar....................695
Inhaltsverzeichnis..........
1277

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Zur Ausgabe der Sämtlichen Werke

Problemlage | Was bietet die Ausgabe?

Problemlage

Leben, Werk und Wirkungsgeschichte Büchners fallen - mit fatalen Folgen für die Textüberlieferung - aus dem Rahmen klassischer Dichter-Karrieren. Als der 1813 geborene Darmstädter Arztsohn, Sozialrevolutionär und Naturwissenschaftler am 19.2.1837 im Schweizer Exil anTyphus starb, lag ein literarisches Œuvre, das den Ruhm des Dreiundzwanzigjährigen hätte begründen können, der Öffentlichkeit nicht vor. Außer den Übersetzungen der beiden Dramen von Victor Hugo war von Büchner nur das Drama Danton’s Tod 1835 erschienen; allerdings in so rigoros ‘gereinigter’ Fassung, daß es bloß als eine »Ruine der Verwüstung« (Karl Gutzkow) die Zensur passierte.

Welche geheime Rolle Büchner bei den »revolutionären Umtrieben« nach der Julirevolution von 1830 im Großherzogtum Hessen-Darmstadt und den süddeutschen Nachbarstaaten spielte, davon kam wenig ans Licht. Welchen ungehobenen literarischen Schatz die kärgliche Hinterlassenschaft des Flüchtlings barg, war kaum zu ermessen. Noch lange meinte man, in dem Frühverstorbenen eher einen vielversprechenden Naturwissenschaftler als einen Dichter von Bedeutung für die Zukunft verloren zu haben.

Die zur Eile drängenden Bedingungen der Produktion und die zwingend gebotene Vorsicht des gesuchten ‘Landesverräters’, belastende Papiere zu verbergen, waren schon dem Zustand der Niederschriften und ihrer Aufbewahrung nicht zuträglich gewesen. Der Geruch von ‘Unsittlichkeit’ und politischer Gefährlichkeit, der den nachgelassenen Papieren von Danton her und durch die Fahndung nach dem Verfasser des Hessischen Landboten vorausging, ließ den Hinterbliebenen eher einen distanzierten Umgang damit geraten sein als entschiedene Bemühungen um die Erschließung. Nicht zuletzt die Befangenheit der Zeitgenossen in den überkommenen ästhetischen Konventionen, die den Zugang zu den ersten Artikulationen einer modernen Literatur versperrten, war die Ursache dafür, daß die vernachlässigten Handschriften beinahe vollends dem Vermodern auf einem Dachboden überlassen blieben. Die Herausgabe eines Bändchens von Nachgelassenen Schriften 1850 durch Ludwig Büchner, den bald schon durch seine eigenen Schriften bei weitem berühmteren Bruder, war allein dem Gebot familiärer Pietät geschuldet.

Erst die Vorstöße der Naturalisten und der nachfolgenden Avantgarden, die mit den klassischen Kunstnormen brachen und sich auf Büchner als einen Vorgänger beriefen, bewirkten den Durchbruch zu einer adäquateren Rezeption des dichterischen Werks. Seitdem entdeckt jede Generation neu Büchners sprichwörtlich gewordene ‘Gegenwärtigkeit’. Immer von neuem ist er im Wechsel der einander überholenden Innovationsbewegungen gerade für die Avanciertesten schlechthin »der modernste Dichter« (Elias Canetti). Bis in die Gegenwart findet man immer wieder: »He is one of us, a modern, even a post-modern writer.« (So in einer Kritik über Werner Herzog s Reading of Büchner’s »Woyzeck«.) Seine exponierte Stellung unter den Klassikern der Moderne ist unumstritten.

Zum Bilde eines konsensstiftenden Klassikers will allerdings der Mangel an abgeklärter historischer Distanz nicht recht passen, den engagierte Bekenntnisse höchst unterschiedlicher Art zu Büchner offenbaren. Anders als von Klassikern gewohnt, gehen von ihm ästhetische, weltanschauliche, moralische und nicht zuletzt gesellschaftspolitische Herausforderungen aus und reizen die nach ihm Lebenden dazu, ihn als Zeugen direkt in ihre eigenen Auseinandersetzungen hineinzuziehen. Die Rezeptionsgeschichte ist davon in den Farben der jeweiligen Parteiungen grell gezeichnet, die Forschung tief verwickelt in die Konfrontationen, und infolgedessen vielfach ideologisch instrumentalisiert.

Das Fatalste aber: Zwischen der regen Beanspruchung Büchners, seiner produktiven Aufnahme durch zeitgenössische Autoren, den Adaptionen seiner Werke in den Medien anderer Künste (allem voran des Theaters und des modernen Musiktheaters, das von seinen Vorlagen inspiriert ist), der überaus umfangreichen wissenschaftlichen Sekundärliteratur, seiner Behandlung als Lehrstoff der Schulen auf der einen und den unsicheren Textgrundlagen, deren all diese Beanspruchungen sich bedienen, auf der anderen Seite besteht eine Diskrepanz sondergleichen. Vergleicht man die vielstrapazierten wenigen Texte in den verschiedenen Ausgaben, in denen sie verbreitet sind, miteinander, so bietet sich ein höchst irritierendes Bild. Die Ankündigung eines Büchner-Seminars (von Udo Köster an der Universität Hamburg) bringt die Situation prägnant zum Ausdruck: »Sein schmales Œuvre, zu Lebzeiten nur zu Teilen und verstümmelt und nach der Wiederentdeckung höchst unzulänglich ediert, ist ‘unvollendet’; es ist auch kommentierungsbedürftig wie kein anderes, und schon die Suche nach brauchbaren Lesetexten führt ins Dickicht schwer überschaubarer philologischer Fehden. Diese Fehden werden zum Guerillakrieg aller gegen alle, wo es um den politischen Büchner geht: den ‘wahren’, den ‘faschistisch verfälschten’, den ‘Nihilisten’ oder den ‘Frühkommunisten’.«

Im Laufe der Geschichte ihrer Edition haben die Texte absonderliche Verwandlungen durchgemacht, und auch in heute noch nebeneinander im Umlauf befindlichen Ausgaben sind sie in Versionen zu lesen, die sich erheblich voneinander unterscheiden, ohne daß alternative Fassungen des Dichters vorlägen, auf die dies zurückgeführt werden könnte. Alle Ausgaben sind vielmehr auf die gleichen wenigen Überlieferungsträger angewiesen. Diese sind allerdings überwiegend so unzureichend, daß in vielen Punkten nicht leicht zu beurteilen ist, welchen Grad der Sicherheit sie verbürgen und welche Verbindlichkeit für die Textkonstitution ihnen beizumessen ist. Die bezeugten Texte sind großenteils nur unzulänglich autorisiert, unvollständig und durch Eingriffe von fremder Hand deformiert. Am Ausmaß der von Ausgabe zu Ausgabe begegnenden Abweichungen des Wortlauts und Umfangs der Texte, der Anzahl und Reihenfolge der Szenen, namentlich von Woyzeck, dem für die Gattungsentwicklung des modernen Dramas einflußreichsten Stück, kann man ungefähr ermessen, in ein wie weites Feld zu verantwortender Entscheidungen die Herausgeber sich jeweils versetzt sehen, wenn sie sich der Aufgabe stellen, in les- und spielbare Texte umzusetzen, was nachgelassene Handschriften und postume Drucke notdürftig vermitteln.

Nach der späten Erkenntnis, daß für authentisch gehaltene Textfassungen, von denen Büchners Wirkung ausgegangen ist, sich schließlich als mehr oder weniger frei arrangierende und stilisierende Herausgeber-Kompilationen herausgestellt haben, schlägt das einstige Vertrauen, das man noch in die Editionen von Karl Emil Franzos seit Anfang der 1880er Jahre und die von Fritz Bergemann seit den 1920er Jahren setzte, um in überbordende Skepsis. Die in den letzten Jahrzehnten zu neuer Gewissenhaftigkeit erwachte Büchner-Philologie bemüht sich, den prekären Befund der Textüberlieferung offenzulegen. Was ihre teilweise erheblich divergierenden Resultate dabei dem Selbstverständnis der Textphilologen eintrugen, ist dem Recht der Leserwelt auf so weit wie möglich gesicherte und zugleich lesbare Texte bislang jedoch nur bedingt zugute gekommen. Das Dilemma erscheint sogar noch vergrößert, einerseits durch skrupulöse Enthaltsamkeit in der editorischen Umsetzung problematischer Befunde und gleichzeitig durch ehrgeiziges Bemühen um Selbstbeweise des sensibilisierten Methodenbewußtseins. Rigoristische Konsequenzen aus schwierigen Textlagen stellen nicht nur bestimmte Editionen, sondern die Werke selbst zur Disposition, wo andernfalls der objektivistische, an quasi-mathematischer Exaktheit orientierte Theorie-Anspruch zurückgenommen werden müßte. »Kostproben aus dem editorischen Gruselkabinett« der Lesarten gibt Walter Hinderer (1993).

Solchem wissenschaftlichen Triumph des Editors über das Werk des Dichters war zuerst Woyzeck, die folgenreichste Entdeckung aus dem Nachlaß, bereits unterworfen. Nicht nur als Fragment, sogar als bloße Idee eines Werkes hat man dem Drama schon die Authentizität abzusprechen versucht. Ähnliches droht der Erzählung Lenz, von der die Destruktionsarbeit einer Textkritik nicht abläßt, die blind ist für die Originalität der ästhetischen Struktur und daher intendierte Normabweichung unbesehen mit den Momenten des Unvollendeten hinzurechnet, bis der Erzähltext in rohes Arbeitsmaterial aufgelöst ist.

Insbesondere aus dem ungewöhnlich weitgehenden Quellenbezug der Texte Büchners werden die fatalsten Folgerungen abgeleitet. Die Entdeckung der Quellenabhängigkeiten verleitet eine verbreitete Art von Textkritik dazu, sich in der Rekonstruktion der Quellen zu verlieren und darüber die eigentliche Aufgabe, die Rekonstruktion des vom Autor Intendierten, aus den Augen zu verlieren. Wie am Beispiel von Lenz eine Verlagerung des Untersuchungsinteresses vom Werk weg auf die Problematik der Quellen an sich zu beobachten ist - und damit von Büchner auf Oberlin -, so arbeitet eine neue Edition von Danton’s Tod, fixiert auf die teils nachweislichen, teils vermuteten geschichtlichen Quellen, sich verzweifelt erfolglos daran ab, das Drama »historisch-kritisch« möglichst restlos in den partikularen Stoff der Geschichte zurück zu zerlegen, auf den es sich bezieht, in dem es aber nun einmal nicht aufgeht. Der universelle konstitutive Erfahrungsstoff menschlichen Erlebens wird in dieser Perspektive ganz ausgeblendet. Das indizierte Interesse am Werk reduziert sich auf einen verschwindend kleinen Ansprechkreis von Spezialisten, die einen bestimmten Faktenzusammenhang von 1793/1835 im Auge haben. Unerklärlicher denn je muß demnach die ‘Gegenwärtigkeit’ Büchners erscheinen. Die nachhaltige Wirkungsgeschichte der genannten Werke müßte auf einer wundersamen Geschichte von Mißverständnissen beruhen, oder auf einer Reihe genialer Fälschungsleistungen früherer Herausgeber, wenn die Textüberlieferung nicht mehr enthielte, als hyperkritische Problematisierungen der Befunde durch Krause, Gersch, Dedner und T. M. Mayer uns glauben machen möchten.

Was bietet die Ausgabe ?

Die vorliegende Ausgabe wurde vor dem Hintergrund der hier skizzierten Problemlage erarbeitet. Die Defizite der Überlieferung kann auch sie nicht wettmachen, wohl aber kann sie erweiterte und gründlich revidierte Grundlagen für die Beschäftigung mit Büchners literarischem Werk, seinen politischen, naturwissenschaftlichen und philosophischen Schriften sowie seiner Korrespondenz in soweit wie möglich authentischer und zugleich allgemein lesbarer Gestalt bereitstellen. Der gesamte Werk- und Brief-Komplex wird in mehreren Schichten systematisch zusammenhängend kommentiert und mit Dokumenten zum Hintergrund erhellt. Eine Vielzahl von Ergebnissen, Fragestellungen und Anregungen der Forschung konnte dazu kritisch aufgenommen und, ergänzt durch Ergebnisse eigener Untersuchungen des Herausgebers, genutzt werden.

Über die Dichtungen hinaus, die um die hier erstmals kommentierten Übersetzungen der beiden Dramen von Hugo ergänzt sind, in Band 1, enthält die Ausgabe in Band 2 sämtliche überlieferten Schriften und alle Briefe von und an Büchner soweit sie erhalten sind. Die Schriften aus der Schulzeit (darunter erstmals ediert die Mundartübertragung einer Ballade Schillers ins Hessische) vermitteln die Bindung an den Bildungshintergrund und persönliche Dispositionen. Wie den Briefen und dem Hessischen Landboten, der einzig erhaltenen Schrift Büchners zur Politik, kommt unter den Schriften vor allem der Untersuchung zum Nervensystem der Fische, dem Mémoire sur le système nerveux du barbeau (1836), und den Studien zu Descartes (Cartesius) und zu Spinoza besondere Bedeutung zu. Erst im Horizont der naturwissenschaftlichen Wahrnehmung Büchners und seines philosophischen Denkansatzes erschließen sich Eigenheit und Beziehungsreichtum der Dichtungen. Mit einbezogene Dokumente und Materialien zu den Texten ergänzen und konkretisieren diesen Zusammenhang. Eine Neubewertung der Schriften zur Philosophie ergibt sich aus der Aufklärung der Quellenverhältnisse. Die Entwürfe Cartesius und Spinoza zu einen Projekt philosophischer Vorlesungen sind keineswegs Exzerptzusammenstellungen aus zweiter oder dritter Hand, sondern aus den Quellen erarbeitete originäre kritische Rekonstruktionen der Begründungstexte des neuzeitlichen wissenschaftlichen Denkens. Die nicht sehr zahlreich und zum Teil nur in willkürlichen Ausschnitten überlieferten Briefe Büchners gehören zu den am häufigsten zitierten Brieftexten eines Autors deutscher Sprache. Bei ihrer starken Beanspruchung von vielen Seiten bestand auch für ihre Kommentierung ein chronischer Nachholbedarf. Die neue Ausgabe erleichtert nun den Zugang zum biographischen und historischen Zusammenhang und Anspielungsreichtum der Korrespondenz.

Die Texte sind aus den kritisch überprüften originalen Überlieferungsträgern, unter Berücksichtigung aller Textzeugen und mit Ausweis aller Varianten, soweit sie inhaltlichen oder formalen Aufschluß über die Textentwicklung geben, neu erarbeitet worden. Aus den vorangegangenen editorischen Unternehmungen wurden die notwendigen Lehren gezogen. Die Spanne der Herausgeberentscheidungen, zu denen der Zustand der Überlieferung zwingt, wird offengelegt. Die getroffenen Entscheidungen werden gegen alternative Lösungen abgewogen und begründet, ungeklärte Probleme und strittige Bewertungen von Textzeugen argumentativ dargelegt.

Über die den Texten zugrunde liegenden Druckvorlagen, über grundsätzliche textkritische Fragen, insbesondere da, wo sich gegenüber bislang geltenden Auffassungen neue Beurteilungen mit Konsequenzen für die Textkonstitution ergeben, und über Besonderheiten der Textgestaltung wird je am Anfang der Kommentare zu den Werken detailliert Auskunft gegeben. Offenkundige Schreib- oder Druckfehler in den Druckvorlagen sind, wenn jeder Zweifel ausgeschlossen ist, stillschweigend berichtigt worden, in Fällen nicht auszuschließenden Zweifels mit Anmerkung im Stellenkommentar. Andere Abweichungen von den Druckvorlagen werden im Text durch Einschluß in spitzwinklige Klammern markiert und im Stellenkommentar begründet. Entstehungs- und ausgewählte Überlieferungsvarianten werden, wenn nicht im Anschluß an die Texte (Leonce und Lena, Woyzeck), im Kommentar angeführt. Letztere sind im Falle von Danton’s Tod aufschlußreiche Belege der texteingreifenden Wirkungsgeschichte.

Nach den mit Rücksicht auf persönliche Eigenheiten in der Schreibweise Büchners modifizierten Richtlinien des Verlages für die Bibliothek deutscher Klassiker wurde die orthographische Wiedergabe der Texte dem heutigen Gebrauch angeglichen - nicht jedoch die der Entwürfe; diese (im Falle von Woyzeck umfassen sie den gesamten Textbestand) bleiben, wie auch die wiedergegebenen Quellen und andere Dokumente, in der originalen Schreibweise unverändert erhalten. In allen Fällen, wo der Lautstand oder spezifische Ausdruckswerte berührt werden könnten, wurde auf orthographische Modernisierung verzichtet. Ebenso wurden die Schreibweise der Eigennamen, die Groß- und Kleinschreibung sowie die Interpunktion der Textvorlage bewahrt.

Die Kommentare zu den Werken bestehen aus Übersichtskommentaren und zeilenbezogenen Stellenkommentaren. Die Übersichtskommentare legen Rechenschaft über editorische Entscheidungen ab, informieren über Entstehung, Überlieferung, historischen und literarhistorischen Hintergrund, über Quellen, Wirkungsbelege und Deutungsaspekte zu Struktur und Gehalt der Werke. Die Stellenkommentare geben zeilenbezogen Auskunft über Berichtigungen des Herausgebers im edierten Text, punktuelle Textvarianzen und relevante Differenzen gegenüber anderen Ausgaben sowie über einzelne Text- und Sachzusammenhänge. Einen besonderen Schwerpunkt der Kommentierung bildet der Nachweis der für die eigentümliche Strukturierung der Texte Büchners kennzeichnenden ungemein vielfältigen Quellenbezüge und mehr oder weniger wörtlich zitierenden Anspielungen auf literarische Texte anderer Autoren.

Das Literaturverzeichnis weist Wege zu eingehenderer Beschäftigung mit Büchner. Es enthält Quellenangaben und gibt die umfangreiche Forschungsliteratur an, die dem Herausgeber für seine Arbeit zur Verfügung stand.